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Der Obmann hat das Wort

Statt mit Pauken und Trompeten …

wurde das Jahr  2018 von den Schaffhauser Gesellschaften und Zünftern, zusammen mit gegen 200 Schulkindern aus dem ganzen Kanton, mit Trommeln und Pfeifen von 5 Tambouren-Cliquen lautstark eingeläutet. Am Dreikönigstag nämlich.  Dannzumal drängte sich der mit vielen Laternen und Kerzen-Lämpli gut beleuchtete Umzug durch die Altstadt von Schaffhausen, begleitet und applaudiert von vielen Zuschauerinnen und Zuschauern vom Münster entlang der mittelalterlich gepflasterten Strassenzüge auf den Herrenacker, dem ehemaligen Ritter-Turnierplatz mitten in der Stadt.

Dies in Erinnerung an die Vorfahren, die zu verschiedenen Jahreszeiten durch Schaffhausen marschierten und sich so der Bevölkerung immer wieder in Erinnerung riefen. In Anlehnung an diese Tradition wurde diese Umzugsidee für das  Jubiläumsjahr 2011 (600 Jahre Schaffhauser Zunftverfassung) wiederbelebt und hat seither schon dreimal stattgefunden. So auch am 6. Januar dieses Jahres, wo im Anschluss an den Umzug die Zünfter und Gesellschafter mit den Präsidenten des Kantons- und des Stadt-Parlamentes auf das Wohl der Stadt Schaffhausen, und mit der Schaffhauser Bevölkerung mit Glühwein aus Schaffhauser Rebbergen auf ein gutes Neues Jahr  anstiessen.

Anschliessend verzogen die Gesellschafter und Zünfter, zusammen mit deren Frauen in die verschiedensten Restaurants, wo sie den schönen Abend langsam ausklingen liessen, im Bewusstsein, dem neuen Jahr einen ersten Stempel aufgedrückt zu haben.

Schon in 6 Monaten wird ein weiterer Höhepunkt im Leben der Gesellschaften und Zünften stattfinden, ist doch seit über einem Jahr schon ein OK, in Zusammenarbeit mit dem Munotverein, daran, den nächsten „eigenen“ Munotball vorzubereiten, der den Schaffhauser Gesellschaftern und Zünftern, sowie deren Gäste aus nah und fern vorbehalten sein wird.

Ab 17.30 Uhr wird der Apéro serviert und schon bald darauf wird das  Zunftspiel der Schmidenzunft Zürich den musikalischen Auftakt zu einer rauschenden Ballnacht geben. Auch dies eine seit einigen Jahren immer wiederkehrende Tradition. Nach gutem Essen und feinem Schaffhauser Wein darf getanzt werden. Punkt 9 Uhr abends wird die erste Munotwächterin, Karola Lüthi, in alter Tradition von Hand das Nüüniglöggli läuten, was an diesem Abend aber auch bedeutet, sich aufzustellen zur Quadrille. Zu den Klängen der Munot-Française, die die Zürcher Zunftmusik für diesen Abend eigens einstudieren muss, werden die fünf Touren, in sich geschlossene Schrittabläufe nach altem, höfischem Muster, mehr oder weniger gekonnt absolviert. Ein wohl in ganz Europa einmaliges Tanzereignis, das übrigens vom Munotverein an sieben schönen Samstag-Abenden im Juli und August jeden Jahres angeboten wird. Einen besonderen Farbtupfer dabei werden die Tänzerinnen in ihren Trachten und die Zünfter in ihren den mittelalterlichen Handwerkerkleidern nachempfundenen Uniformen sein. Nur zu schnell wird der Abend vorbei sein und der Zapfenstreich ertönen und die Frauen und Männer sich wohl etwas müde, hoffentlich aber vor allem glücklich und zufrieden über einen gelungenen Zunft-Anlass, auf den Heimweg machen. Dann wird der Munot in der nächtlichen Stille  einsam Wacht halten über den Dächern und Giebeln von Schaffhausen, vielleicht noch etwas begleitet vom leisen Rauschen der Wellen des Rheins und dem Rauschen des Kohlfirsts.

Bald schon aber wird der Stiftungsrat der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte wieder zusammentreten, um die Geschäfte des nächsten Jahres vorzubereiten, allen voran den Karlstag 2019.  Da treffen sich dann zu Jahresbeginn gegen 70 Gesellschafter und Zünfter um gemeinsam einen geselligen Abend miteinander zu verbringen und nach  launigen Reden und Trinksprüchen anzustossen auf das Wohl der Schaffhauser Gesellschaften und Zünften.

„Zämehaa macht schtarch!“

This Fehrlin
Obmann der Stiftung
Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte