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Der Obmann hat das Wort

In ihrem Roman „Der goldene Fluss“ erzählt die Zürcher Autorin Monika Dettwiler, wie sich ein kleines Fischerdorf  zu einer blühenden Reichsstadt entwickelt.  Wie damals üblich, wurden vor allem schwere und sperrige Güter mittels Nachen / Weidlingen auf dem Wasser transportiert. So auch auf dem Rhein, wo sich allerdings der über 20 Meter hohe Rheinfall bei Schaffhausen den Schiffern als unüberwindliches Hindernis in den Weg stellte. Deshalb  musste das Transportgut umgeladen und auf dem Landweg von Schaffhausen zum Schlösschen Wörth unterhalb des Rheinfalls transportiert werden.

Aber auch neue Ideen und frisches Gedankengut wurden auf diesem Weg nach Schaffhausen getragen. Zudem schrieb die Zunftordnung im Bildungsbereich den zukünftigen Meistern das Reisen vor. Nur wer während ein paar Jahren auf der Walz gewesen war und sich in seinem Beruf bei fremden Meistern weitergebildet hatte, durfte darauf hoffen, in der Geburtsstadt als Meister einen „eigenen Rauch“, das heisst eine eigene Werkstatt, zu führen.

Vor allem dank dieser Offenheit Neuem gegenüber konnte sich Schaffhausen zu einer reichen und freien Stadt entwickeln. Und diesen offenen Geist gilt es, nebst dem Bewahren von Traditionen, zu pflegen. Dass unsere Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte dazu gewillt sind, zeigt sich auch darin, dass immer wieder neue und am Zunftwesen interessierte Männer in ihre Reihen aufgenommen werden, die sich danach meistens ganz stark in ihrer Zunft engagieren. So zum Beispiel auch im OK des nächstjährigen Anlasses „Munotabend der Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte vom 16. Juni 2018.

Dafür danke ich den Zünften und Gesellschaften, die durch diese Neuaufnahmen ganz stark beitragen zum lebendigen Zunftwesen unserer Stadt.

 

„Zämehaa macht schtarch!“

This Fehrlin
Obmann der Stiftung
Schaffhauser Gesellschaften und Zünfte